Müdigkeit, psychische Belastung und Mobbing

Durch mentale Ablenkung und psychische Beanspruchung, wie starke Emotionen oder Müdigkeit, kann man gedanklich schnell vom Verkehrsgeschehen abschweifen. Eine gefährliche Situation wird dann nicht rechtzeitig erkannt, weil wir im Kopf vermeintlich wichtigere Dinge verarbeiten. Auch Mobbing ist eine starke psychische Belastungssituation, die einen Einfluss auf unsere sichere Verkehrsteilnahme haben kann.
Auf einer Treppe schlägt ein Mädchen die Hände vor dem Kopf zusammen. Im Hintergrund sitzen drei Jugendliche, die miteinander reden.

Es gibt viele Faktoren, die unser Verhalten sowie unsere Fähigkeiten im Straßenverkehr negativ beeinflussen können. So können Stress und Notendruck in der Schule oder während der Berufsausbildung stark belasten. Wenn wir nicht ausreichend Pausen einlegen und ausgeruht sind, kann auch Müdigkeit zu gefährlichen Situationen auf der Straße, dem Geh- oder Radweg führen. Wenn Gruppendynamiken sich ungünstig entwickeln, kann es im Schulalltag zu Mobbing kommen und für die Betroffenen eine enorme psychische Belastungssituation darstellen. 

Wir wollen junge Menschen dafür sensibilisieren und sie auf die Auswirkungen dieser Einflüsse aufmerksam machen, insbesondere im Straßenverkehr - egal ob sie zu Fuß, mit dem Moped, dem Auto oder dem Fahrrad unterwegs sind. Psychische und physische Beanspruchung hat einen grundlegenden Einfluss auf unser Denken, unser Handeln und unser Verhalten. Viele haben bereits gefährliche Situationen auf ihren täglichen Wegen erlebt, die auf solche Einflüsse zurückzuführen sind. Damit sich Schüler*innen ohne Ängste und Belastungen bewegen können, ist auch ein sicherer Schulweg essenziell. 

Lehr- und Lernmedien zum Thema

  • Müdigkeit, Psychische Belastung und Mobbing

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Gefährliche Müdigkeit

Stress, Screen und Koffein

Fast ein Viertel (24 Prozent) der tödlichen und schweren Wege-, Dienstwege- und Arbeitsunfälle im Straßenverkehr sind vorrangig auf Schläfrigkeit und weitere 18 Prozent auf Müdigkeit zurückzuführen.

  • Schläfrigkeit nennt man die Neigung des Hirns, vom Wachsein in den Schlafzustand überzugehen. Sie beschreibt also den starken, oft unüberwindbaren Drang zu schlafen, bei dem wir in ruhigen Momenten schnell einnicken können. 
  • Müdigkeit hingegen ist das subjektive Gefühl der Erschöpfung und Kraftlosigkeit, bei dem uns die Lust an Aktivität fehlt. 

Wenn wir müde oder gar schläfrig sind, wirkt sich das stark auf unsere Konzentrationsfähigkeit und unser Reaktionsvermögen aus. Wir neigen dann im Straßenverkehr dazu, Geschwindigkeiten sowie Entfernungen falsch einzuschätzen. Dies kann zu gefährlichen Situationen auf dem Schulweg führen, sobald Schüler*innen nicht ausgeruht genug sind, um sich im Verkehrsgeschehen angemessen zu verhalten und in bestimmten Situationen adäquat reagieren zu können.

Laut aktuellen Studien benötigen Jugendliche in der Regel acht bis zehn Stunden Schlaf pro Nacht, um sich körperlich und geistig optimal zu erholen. Stress in der Schule, spätes Trinken von koffeinhaltigen Drinks (Kaffee, Cola, Energydrinks), nächtliche Screentime und unregelmäßige Tagesabläufe können zu Schlafstörungen führen.

 

  • Feste Aufstehzeiten festlegen
  • Keinen Kaffee und keine Energydrinks ab dem frühen Nachmittag
  • Wenig Licht am Abend sowie Lese- oder Dunkelmodus am Handy einstellen
  • Entspannendes Abendritual einführen 
  • Eigene Screentime abends begrenzen
  • Kein Doomscrolling vor dem Einschlafen
Wenig Schlaf

Unterschätztes Risiko

Wenn unser Körper nicht genug Schlaf bekommen hat, funktioniert das Gehirn nicht so effektiv wie es eigentlich sollte. Das bedeutet, dass sich die Reaktionszeit des Körpers auf Reize aus der Umgebung verlangsamt. Wenn wir zum Beispiel mit dem Fahrrad unterwegs und übermüdet sind, können wir nicht mehr schnell genug auf jene Verkehrssituationen reagieren, die eine sofortige Reaktion erfordern, z.B. Bremsen und Lenken, wenn jemand anderes unsere Vorfahrt missachtet. 

Übermüdung hat einen Einfluss auf unser Gleichgewicht, sodass dann insgesamt ein höheres Risiko für Stürze und Verletzungen besteht. Dies ist besonders gefährlich, wenn man schnell fährt oder auf unebenem Gelände unterwegs ist. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, wie gefährlich Müdigkeit am Steuer eines Fahrzeuges (egal ob Fahrrad, E-Scooter oder Auto) sein kann. Wenn wir uns müde fühlen, sollten wir eine Pause einlegen, das Fahrzeug abstellen oder uns von jemand anderem fahren lassen.

Wer die ersten Müdigkeitsanzeichen unterschätzt und weiter am Straßenverkehr teilnimmt, riskiert gefährliche Unfälle. Ein Unfall durch Müdigkeit oder Sekundenschlaf am Steuer gilt rechtlich als schwere Gefährdung des Straßenverkehrs und kann als Straftat eingestuft und geahndet werden.

Zu den ersten Anzeichen von Müdigkeit gehören:
- Häufiges Gähnen
- Brennende Augen und schwere Augenlider
- Verengtes Blickfeld (Tunnelblick)
- Schwierigkeiten beim Halten der Spur
- Dichtes Auffahren
-  Kaum Erinnerung an die letzten gefahrenen (Kilo-)Meter

Mobbing erkennen und handeln!

Mobbing beschreibt wiederholte verbale, psychische oder physische Angriffe einer Person oder Gruppe gegenüber anderen. Es handelt sich um einschüchterndes Verhalten, das in sozialen Umgebungen sowohl online als auch offline auftritt. 

Es gibt verschiedene Signale, die auf Mobbing hindeuten können. Wenn jemand von Mobbing betroffen ist, können folgende Anzeichen auftreten:

  • Rückzug und Zurückhaltung bei Aktivitäten: Die betroffene Person zieht sich möglicherweise zurück und nimmt nicht mehr an Aktivitäten teil, die zuvor Spaß gemacht haben.
  • Körperliche Anzeichen: Unerklärliche Prellungen, Kratzer oder Beschädigungen an Gegenständen können darauf hinweisen, dass die betroffene Person physische Gewalt erfährt.
  • Stressbedingte Krankheiten: Mobbing kann zu stressbedingten körperlichen Symptomen führen, wie Kopf- und Bauchschmerzen, obwohl keine erkennbare körperliche Ursache vorliegt.
  • Verhaltensänderungen: Betroffene können ihr Verhalten verändern, um mit der Situation umzugehen, zum Beispiel Angst vor der Teilnahme an Treffen oder das Vermeiden bestimmter Wege. Darüber hinaus kann es zu aggressivem Verhalten kommen, bei dem die Person schnell die Kontrolle verliert und bereits bei geringfügigen Anlässen oder vermeintlichen Provokationen aggressiv reagiert.

Im Straßenverkehr kann das verheerende Folgen haben, wie beispielsweise unkonzentriertes und „abwesendes“ Fahren von Fahrzeugen aller Art sowie rücksichtsloses oder gar aggressives Verhalten gegenüber anderen Verkehrsteilnehmenden. Durch mentale Ablenkung, Angst und enorme psychische Belastung schweift man schnell vom Verkehrsgeschehen ab. Mögliche Gefahrenstellen werden nicht erkannt oder nur oberflächlich erfasst, weil im Kopf ganz andere Dinge prioritär verarbeitet werden.

Es ist wichtig, Anzeichen von Mobbing ernst zu nehmen und dafür sensibilisiert zu sein!

Die Nummer gegen Kummer erreichen Kinder und Jugendliche unter der Telefonnummer 116 111 (Montag bis Samstag von 14 bis 20 Uhr).

Du bist nicht allein! Hilfe gibt es hier: https://zeichen-gegen-mobbing.de/schuelerinnen/

Es kommt noch mehr!

Wir arbeiten derzeit daran, die Lehrmedien zu „Müdigkeit, psychischer Belastung und Mobbing” neu aufzubereiten und weitere Hintergrundinformationen dazu bereit zu stellen. Bis dahin finden Sie Lehr- und Lernmedien zu diesem Thema auf dieser Seite.

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