Häufig gestellte Fragen
Allgemeines
Mit dem Webangebot der Jugendaktionen richten sich der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR), die Unfallkassen (UK) und die Berufsgenossenschaften (BG) gezielt an Lehrkräfte, pädagogisches Fachpersonal und Ausbildende. Ziel ist es, gemeinsam mit den Lehrkräften Schüler*innen und Azubis für sicheres, verantwortungsbewusstes Verhalten im Straßenverkehr auf ihren Wegen zur Schule bzw. zum Ausbildungsbetrieb und zurück zu sensibilisieren.
Alle ein bis zwei Jahre widmet sich die Jugendaktion einem speziellen Thema der Verkehrssicherheit und bietet neue Impulse, um Prävention und sichere Mobilität altersgerecht und lebensnah im Unterricht oder während der Berufsausbildung zu bearbeiten. Wir wollen Schüler*innen und Auszubildende darin stärken, Gefahren und Risiken frühzeitig zu erkennen, umsichtig zu handeln und so sich selbst und andere besser vor Verkehrsunfällen und deren Folgen zu schützen.
Das Angebot der Jugendaktion umfasst dazu:
- Diese Webseite mit Unterrichtsmaterialien und kompakten Hintergrundinformationen zu verschiedenen Themenzusammenhängen sicherer Mobilität und Verkehrssicherheit.
- Lehr- und Lernmedien: Die Materialien der Jugendaktionen unterstützen Lehrkräfte sowie Ausbilder*innen darin, unterschiedliche Mobilitätsaspekte alltagstauglich, anschaulich und niedrigschwellig im Unterricht für die Sekundarstufen I und II zu thematisieren. Alle Lehrmedien können kostenfrei heruntergeladen und ohne intensiven Vorbereitungsaufwand in den Schulunterricht, in Ausbildungsseminare oder Projekttage eingebunden werden.
- Einen Video-Wettbewerb für Schul- und Berufsschulklassen sowie Auszubildenden-Gruppen der Sekundarstufen I und II. Der Wettbewerb findet nur in bestimmtem Zeiträumen statt. Über aktuelle Wettbewerbslaufzeiten wird zu gegebener Zeit auf der Startseite informiert.
Der Instagram-Kanal der DVR/UK/BG-Jugendaktion richtet sich direkt an junge Menschen, Schüler*innen und Azubis und informiert zielgruppengerecht und unterhaltsam über sichere Mobilität auf Schulwegen. Fotos und Video-Reels, die eigens für die Aktion erstellt wurden, werden regelmäßig geteilt, um die Aufmerksamkeit der Jugendlichen zu gewinnen und sie zur Teilnahme am Dialog zu ermutigen. Die Plattform ermöglicht es Jugendlichen, ihre Meinung zu den behandelten Themen mitzuteilen und sich aktiv an der Sensibilisierung zu beteiligen.
Die Rückmeldungen der jungen Menschen sind ein zentraler Bestandteil jeder Jugendaktion. Durch Kommentare und Meinungen erfahren wir, wie die Jugendlichen die behandelten Themen wahrnehmen und welche Fragen oder Anliegen sie haben. Diese Interaktion ermöglicht es uns, die Inhalte der Aktion ständig zu verbessern und gezielt auf die Bedürfnisse von Schüler*innen und Azubis einzugehen. Besonders wertvoll sind auch die Einsendungen zum Wettbewerb, bei dem es attraktive Preise zu gewinnen gibt. Diese fördern nicht nur die Auseinandersetzung mit dem Thema, sondern auch die aktive Beteiligung der Jugendlichen an der Aktion.
Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) e.V. ist ein Dachverband zur Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Seit seiner Gründung 1969 wirkt er daran mit, dass Verkehrsunfälle mit schweren Folgen in der Bundesrepublik Deutschland stetig abgenommen haben. Ziel ist es, die Zahlen der getöteten und schwer verletzten Verkehrsunfallopfer weiter zu verringern und den Straßenverkehr für alle sicherer zu gestalten.
Basierend auf neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und gesellschaftlichen Anforderungen empfiehlt der DVR der Politik, den Verwaltungen und Unternehmen im Rahmen seiner Beschlüsse verkehrssicherheitsrelevante Maßnahmen. Zudem entwickelt der Verband Kampagnen, Trainings und Programme, um Straßenverkehrsunfällen vorzubeugen. Seit 2007 ist die Vision Zero die leitende Strategie für die Verkehrssicherheitsarbeit des DVR.
Entsprechend ihres gesetzlichen Präventionsauftrags engagieren sich die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung, Berufsgenossenschaften und Unfallkassen intensiv darin, Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu vermeiden.
Ein nachhaltiger Arbeitsschutz verbessert die Betriebsabläufe und Geschäftsprozesse und reduziert Kosten. Der Dachverband der gesetzlichen Unfallversicherungsträger ist die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV).
Die gesetzliche Unfallversicherung ist eine Pflichtversicherung. Private Unfall- oder Haftpflichtversicherungsverträge beeinflussen oder ersetzen nicht die Versicherung in der gesetzlichen Unfallversicherung. Die Unfallkassen und Berufsgenossenschaften sind Mitglieder des Dachverbandes der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).
Schüler*innen sind über die Schülerunfallversicherung der Unfallkassen versichert. Versichert sind dabei nicht nur Unfälle während des Unterrichts und Veranstaltungen wie Schulfeiern, Klassenfahrten oder Pausen, sondern auch der Schulweg. Nicht versichert durch die gesetzliche Unfallversicherung sind hingegen beispielsweise Unfälle während der Hausaufgabenzeit zu Hause oder private Aufenthalte auf dem Schulhof.
Auch Beschäftigte des öffentlichen Dienstes (id.R. auch Lehrer*innen) sowie bestimmte ehrenamtlich tätige Personen sind bei den Gemeindeunfallversicherungen bzw. den Unfallkassen der Bundesländer oder des Bundes versichert. Ihre Zuständigkeiten liegen in der Verhütung, Rehabilitation und Entschädigung von Arbeitsunfällen, Unfällen auf dem Arbeits- oder Schulweg und Berufskrankheiten.
Eine Übersicht zu den einzelnen Unfallkassen finden Sie hier.
Die Berufsgenossenschaften unterstützen Unternehmen durch vielfältige Präventionsmaßnahmen und -leistungen. Ihre Zuständigkeiten liegen in der Verhütung, Rehabilitation und Entschädigung von Arbeitsunfällen, Unfällen auf dem Arbeitsweg und Berufskrankheiten. Eine Übersicht zu den einzelnen Berufsgenossenschaften finden Sie hier.
Lehrmedien und Unterricht
Ja. Alle Unterrichtsmaterialien stehen zur freien Verfügung und können über die Webseite kostenfrei heruntergeladen werden. Wir motivieren Sie dazu, gemeinsam mit Ihren Schüler*innen und/oder Auszubildenden verschiedene Themen zu Sicherer Mobilität zu bearbeiten.
Schulische und betriebliche Verkehrssicherheitsarbeit sind besonders wichtig, weil sie das Unfallrisiko junger Menschen senken und sie zu einer eigenständigen sowie sicheren Teilnahme am Straßenverkehr befähigen. Mobilitätsbildung fördert wichtige Grundlagen wie Wahrnehmung, Bewegung und verantwortungsvolles Handeln.
Bisher gibt es noch kein einheitliches Lizenz- oder Qualitäts-Siegel für OER-Materialien. Alle Unterrichtsmaterialien der DVR-Jugendaktionen sind kostenlos und offen für alle zugänglich. Sie stehen in ihrer gegebenen Form/Aufbereitung zur freien Verfügung und können über die Webseite kostenfrei heruntergeladen und genutzt werden. Der Download und die Nutzung der Lehrmedien zum Zwecke der Unterrichtsdurchführung bzw. Anwendung in allgemeinbildenden und Berufsschulen sowie in Ausbildungsbetrieben ist ausdrücklich erlaubt und wir motivieren dazu.
Gleichwohl ist ein Merkmal von OER, dass darüber hinaus eine Bearbeitung und Weiterverbreitung der Medien/Materialien durch Andere ohne oder mit geringfügigen Einschränkungen möglich ist. Dies müssen wir für die DVR-Medien zur Jugendaktion verneinen.
Die Materialien unterliegen keiner Creative Commons Lizenz. Die Urheber*innen der Bilder bspw. sind jeweils angegeben. Die Grafiken und Bilder dürfen nicht anderweitig bzw. in anderen Kontexten weiterverwendet werden. Die Unterrichtsleitfäden und Präsentationen folgen einem festen didaktischen und vor allem fachlichen Konzept mit Blick auf Prävention und Verkehrssicherheit. Daher werden die Medien auch nicht als offen zu bearbeitende Dateien, wie z.B. Word oder PowerPoint, sondern als PDF zur Verfügung gestellt.
Mithilfe der bereitgestellten Präsentationen können Schüler*innen anschaulich Unfallzahlen, Grafiken und Bilder zu den jeweiligen Themen vorgestellt werden. Der Unterrichtsleitfaden (inkl. Arbeitsblätter) bietet einen detaillierten Ablaufplan zur Bearbeitung des jeweiligen Themas, konkrete Reflexionsfragen und Aufgabenstellungen sowie Lösungen zu den Arbeitsblättern.
Wir sehen hier Entwicklungspotenzial und prüfen, ob wir in Zukunft Lehr- und Lernmedien zu Verkehrssicherheit, Unfallverhütung und Arbeitsschutz auch als OER zu Verfügung stellen können.
Die Materialien sind bewusst so konzipiert worden, dass sich die Inhalte ohne großen Vorbereitungsaufwand zielführend vermitteln lassen. Die Vorbereitungszeit für Sie beträgt etwa 15 bis 20 Minuten.
So sind Sie schnell und gut vorbereitet:
- Lehr- und Lernmedien zu einem gewünschten Thema der Jugendaktion auswählen.
- Präsentation und den zugehörigen Leitfaden herunterladen.
- Arbeitsblätter ausdrucken (oder digital für Lern-Pads bereitstellen). Diese sind am Ende des PDF-Leitfadens zu finden).
- Beamer/Smartboard für die Präsentation bereitstellen.
- Großes Plakat (Papier/Pappe) oder Flipcharts und Stifte für Gruppenarbeiten bereithalten.
Mithilfe der Präsentation können Sie Schüler*innen anschaulich Unfallzahlen, Grafiken und Bilder zu den jeweiligen Themen vorstellen. Dies zeigt die Relevanz, sich mit sicherer Mobilität zu beschäftigen, erleichtert Ihnen den Einstieg in das Thema und regt zu Diskussionen an.
Der Unterrichtsleitfaden (inkl. Arbeitsblätter) bietet Ihnen ohne großen Vorbereitungsaufwand einen detaillierten Ablaufplan zur Bearbeitung des jeweiligen Themas im Unterricht (i.d.R. 45 Minuten). Der Leitfaden liefert konkrete Reflexionsfragen und Aufgabenstellungen sowie Lösungen zu den Arbeitsblättern zur Vertiefung eines Themas der Jugendaktion. So können verschiedene Themen aktiv in der Klasse bzw. im Ausbildungsseminar bearbeitet und die Ergebnisse gemeinsam auf Augenhöhe besprochen und dokumentiert werden.
Zusätzlich liefern die einzelnen Themenunterseiten komprimiert hilfreiche und erläuternde Hintergrundinformationen zu dem jeweiligen Sachverhalt.
Unfallversicherung und Wegeunfälle
Schüler*innen sind über die Schülerunfallversicherung der Unfallkassen versichert. Versichert sind dabei nicht nur Unfälle während des Unterrichts und Veranstaltungen wie Schulfeiern, Klassenfahrten oder Pausen, sondern auch der Schulweg. Nicht versichert durch die gesetzliche Unfallversicherung sind hingegen beispielsweise Unfälle während der Hausaufgabenzeit zu Hause oder private Aufenthalte auf dem Schulhof.
Auszubildende sind während ihrer Arbeitszeit, in der Berufsschule und auf dem direkten Hin- und Rückweg automatisch über die gesetzliche Unfallversicherung ihres Betriebs (i.d.R. Berufsgenossenschaft) oder der Unfallkasse (Berufsschule) abgesichert. Diese Versicherung ist für Azubis beitragsfrei, da die Arbeitgeber*innen die Kosten übernehmen.
Bei einem Wegeunfall auf dem direkten Weg zur Schule, zur Arbeit, von dort nach Hause oder zur Berufsschule sowie auf beruflich bedingten (Dienst-)Wegen (z.B. zu Kund*innen-Terminen) sind Schüler*innen und Azubis über die gesetzliche Unfallversicherung versichert. Wenn ein Unfall auf dem Schul- oder Dienstweg passiert, ist Folgendes zu tun:
- Ruhig bleiben, Erste Hilfe leisten. Im Notfall: Notruf 112 wählen!
Schule bzw. Betrieb informieren:
Azubis bzw. Berufsschüler*innen:
Betrieb bzw. Berufsschule informieren: Auszubildende müssen die Berufsschule/den Betrieb informieren und Bescheid geben, dass sie einen Unfall hatten und daher ggf. nicht oder später zur Schule/zur Arbeit kommen – selbst bei kleinen Verletzungen/Schürfwunden muss die Meldung erfolgen. Dies ist am besten in der Personalabteilung oder bei den Ausbilder*innen bzw. im Sekretariat der Berufsschule zu tun (= Unfallmeldung).Schüler*innen allgemeinbildender Schulen:
Eltern und Schule informieren: Schüler*innen (bzw. deren Sorgeberechtigte) müssen die Schule informieren und Bescheid geben, dass sie einen Unfall hatten und daher ggf. nicht oder später zur Schule kommen – selbst bei kleinen Verletzungen/Schürfwunden muss die Meldung erfolgen. Dies ist am besten im Schulsekretariat oder bei den Klassenlehrer*innen zu tun (= Unfallmeldung).
- Zum Durchgangsarzt (D-Arzt) gehen: Anschließend ist ein Durchgangsarzt bzw. eine Durchgangsärztin aufzusuchen. Die Schule bzw. der Ausbildungsbetrieb kann dem*der Schüler*in am Telefon helfen, die nächstgelegene Praxis von sog. D-Ärzt*innen zu finden. Hausärzt*innen sollen nicht aufgesucht werden. Den D-Ärzt*innen muss unbedingt mitgeteilt werden, dass es ein Wegeunfall war.
- Weg und Unfall genau dokumentieren: Die verunfallten Schüler*innen/Azubis sollen den Unfallzeitpunkt, den genauen Weg, den Hergang (was ist wie passiert und warum) sowie Zeug*innen und weitere Erinnerungsdetails zum Unfallhergang notieren/dokumentieren, falls Rückfragen kommen. Auch Fotos können hierbei helfen.
- Unfall anzeigen lassen: Dauert die Schul-/Arbeitsunfähigkeit aufgrund des Wege-/Dienstwegeunfalls länger als drei Tage, muss die Schule/der Betrieb den Unfall binnen drei Tagen der zuständigen Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse melden (= Unfallanzeige).
Ein Schulwegunfall ist ein Unfall auf dem direkten Weg zur oder von der Schule. Er ist über die gesetzliche Schülerunfallversicherung abgesichert. Wichtig ist, dass bei der Behandlung im Krankenhaus oder bei Durchgangsärzt*innen (sog. D-Ärzt*innen) unbedingt angegeben werden muss, dass es sich um einen Schulunfall handelt.
Ein Wegeunfall ist ein Unfall, den Beschäftigte (auch Azubis) auf dem direkten Hin- oder Rückweg zur Arbeit oder Ausbildungsstätte erleiden. Sie sind über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Der Versicherungsschutz greift auch bei Umwegen für Fahrgemeinschaften, zur Kinderbetreuung oder bei witterungsbedingten Umleitungen. Private Unterbrechungen (z.B. Einkaufen) sind nicht versichert.
Dienstwege sind berufliche Wege und Fahrten, z.B. für Kundentermine oder Lieferungen. Ein Unfall, der sich auf einem Dienstweg ereignet, zählt als Arbeitsunfall und wird als Dienstwegeunfall bezeichnet. Auch hier sind Azubis über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert.
Durchgangsärzt*innen sind Fachärztinnen und -ärzte (i.d.R. für Unfallchirurgie), die auch im Auftrag der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen tätig sind. Sie entscheiden nach einem Arbeits-, Wege- oder Schulwegunfall, wie die weitere Behandlung aussehen soll.
Über das Service-Portal der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV) können Sie schnell eine*n nahegelegene*n Durchgangsmediziner*in finden.