Berufsausbildung

Sichere Mobilität für Azubis, sichere Arbeits- und Dienstwege

Ob auf dem Weg zur Berufsschule oder zur Ausbildungsstätte – Jugendliche und junge Erwachsene sind täglich im öffentlichen Raum unterwegs. So mussten Unfallkassen und Berufsgenossenschaften in den letzten Jahren wiederholt mehr tödliche Wegeunfälle im Straßenverkehr im Vergleich zu den sonstigen tödlichen Arbeitsunfällen verzeichnen.
Zwei Azubis mit Warnwesten an, stehen in einer Lagerhalle und schauen gemeinsam auf ein Klemmbrett zur Kontrolle.

Sie möchten Projekttage oder eine Ausbildungseinheit zu sicherer Mobilität in der Berufsausbildung und Prävention von Verkehrsunfällen durchführen? Mit den Materialien der Jugendaktion unterstützen wir Sie dabei, sicheres Verhalten im Straßenverkehr auf Arbeits- und Dienstwegen anschaulich, einfach und alltagspraktisch in den Ausbildungsalltag zu integrieren. Der Grund: Unfallkassen und Berufsgenossenschaften mussten in den letzten Jahren wiederholt mehr tödliche Wegeunfälle im Straßenverkehr im Vergleich zu den sonstigen tödlichen Arbeitsunfällen verzeichnen.

Lehr- und Lernmedien gesucht? Hier entlang!

Leitfäden, Handreichungen, Arbeitsblätter und Präsentationen, beispielsweise für einen Projekttag, ein Ausbildungsseminar oder eine Unterweisung finden Sie hier.

Das benötigen Sie zur Umsetzung im Betrieb/in der Berufschule

So sind Sie schnell und gut vorbereitet:

  • Lehr- und Lernmedien zu einem gewünschten Thema der Jugendaktion auswählen.
  • Präsentation und den zugehörigen Leitfaden herunterladen.
  • Arbeitsblätter ausdrucken (oder digital für Lern-Pads bereitstellen). Diese sind am Ende des PDF-Leitfadens zu finden).
  • Beamer/Smartboard für die Präsentation bereitstellen.
  • Großes Plakat (Papier/Pappe) oder Flipcharts und Stifte für Gruppenarbeiten bereithalten.

Der Leitfaden bietet einen detaillierten Ablaufplan zur Bearbeitung des jeweiligen Themas der Berufsschule oder einem betriebsinternen Ausbildungsseminar, ohne großen Vorbereitungsaufwand. Der Leitfaden liefert konkrete Reflexionsfragen und Aufgabenstellungen sowie Lösungen zu den Arbeitsblättern zur Vertiefung eines Themas der Jugendaktion. So können verschiedene Mobilitätsthemen aktiv in der Gruppe bearbeitet und die Ergebnisse gemeinsam auf Augenhöhe besprochen und dokumentiert werden.

Mithilfe der Präsentation können Sie Auszubildenden anschaulich Unfallzahlen und Unfallursachen zu den jeweiligen Themen vorstellen. Dies zeigt die Relevanz, sich mit sicherer Mobilität zu beschäftigen, erleichtert Ihnen den Einstieg in das Thema und regt zu Diskussionen an. 

Deshalb lohnt es sich, sichere Mobilität in der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb zu thematisieren:

  • Vermeidung von (tödlichen) Verletzungen und Unfällen
  • Fördert Alltagskompetenzen und die Eigenverantwortung junger Menschen
  • Stärkt soziales Verhalten und Empathie – ein Gewinn für alle!
  • Sensibilisiert für Sicherheit im Betrieb und im öffentlichen Raum
  • Unterstützt Werte wie Rücksicht, Respekt und Zivilcourage
Gut zu wissen!

Wie und worüber sind Azubis während der Ausbildung unfallversichert?

Auszubildende sind während ihrer Arbeitszeit, in der Berufsschule und auf dem direkten Hin- und Rückweg automatisch über die gesetzliche Unfallversicherung ihres Betriebs oder der Unfallkasse (Berufsschule) abgesichert. Diese Versicherung ist für Azubis beitragsfrei, da Arbeitgeber*innen die Kosten übernehmen. Der gesetzliche Schutz während der Ausbildung umfasst:

  • Wegeunfälle: Der direkte Hin- und Rückweg zwischen der Wohnung und dem Betrieb oder der Berufsschule.

  • Schulunfälle: Unfälle während des Unterrichts in der Berufsschule oder bei schulischen Aktivitäten.

  • Arbeitsunfälle: Unfälle direkt im Ausbildungsbetrieb oder bei betrieblichen Tätigkeiten.

  • Dienstwegeunfälle: Der Schutz gilt für alle Unfälle auf direkten dienstlichen Wegen, z.B. zu Kund*innen, Besprechungen oder Behörden sowie während der Erledigung dienstlicher Besorgungen und auf Dienstreisen.

In Deutschland verunglückten allein im Jahr 2024 insgesamt 31.442 junge Menschen im Alter von bis zu 30 Jahren bei Arbeits- und Wegeunfällen im Straßenverkehr. Dabei wurden 64 junge Männer und Frauen getötet (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, 2025).

Die wichtigsten Schritte nach dem Unfall

Was tun bei Wegeunfällen?

Bei einem Wegunfall auf dem direkten Weg zur Arbeit, nach Hause oder zur Berufsschule sowie auf beruflich bedingten (Dienst-)Wegen (z.B. zu Kund*innen-Terminen) sind Azubis über die gesetzliche Unfallversicherung versichert. Wenn ein Wegeunfall passiert, ist Folgendes zu tun:

  1. Ruhig bleiben, Erste Hilfe leisten. Im Notfall: Notruf 112 wählen!
  2. Arbeit informieren: Azubis müssen den Betrieb informieren und Bescheid geben, dass sie einen Unfall hatten und daher ggf. nicht/später zur Arbeit kommen - selbst bei kleinen Verletzungen/Schürfwunden muss die Meldung erfolgen. Dies ist am besten in der Personalabteilung oder bei den Ausbilder*innen zu tun (= Unfallmeldung).
  3. Zum Durchgangsarzt (D-Arzt) gehen: Anschließend ist ein Durchgangsarzt aufzusuchen. Der Ausbildungsbetreib kann dem*der Auszubildenden am Telefon helfen, die nächstgelegene Praxis von sog. D-Ärzt*innen zu finden. Hausarzt*innen sollen nicht aufgesucht werden. Den D-Ärzt*innen muss unbedingt mitgeteilt werden, dass es ein Wegeunfall war.
  4. Weg und Unfall genau dokumentieren: Die verunfallten Auszubildenden sollen den Unfallzeitpunkt, den genauen Weg, den Hergang (was ist wie passiert und warum) sowie Zeugen und weitere Erinnerungsdetails zum Unfallhergang notieren/dokumentieren, falls Rückfragen kommen. Auch Fotos können hierbei helfen.
  5. Unfall anzeigen lassen: Dauert die Arbeitsunfähigkeit aufgrund des Wege-/Dienstwegeunfalls länger als drei Tage, muss der Betrieb den Unfall binnen drei Tagen der zuständigen Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse melden (=Unfallanzeige).
     

Weitere Angebote des DVR für Ausbilder*innen und Betriebe

Diese berufsbegleitenden Präventionsangebote unterstützen Auszubildende darin, sich die Gefährdungen des Straßenverkehrs und der innerbetrieblichen Mobilität bewusst zu machen und ihr Risikobewusstsein auf ihren täglichen Arbeits- und Dienstwegen zu stärken:

Sicher in meiner Region

Gruppenseminar für junge Beschäftigte und Auszubildende (16-29 Jahre)

Das Seminarprogramm Sicher in meiner Region richtet sich gezielt an junge Mitarbeiter*innen und zeigt mit realen Videoaufnahmen sowie animierten Sequenzen die Gefährdungsstellen im individuellen regionalen Unternehmensumfeld und auf ihren täglichen Arbeits- und Dienstwegen. Die regionale Nähe sorgt für Aufmerksamkeit und direkte Betroffenheit und stellt so eine emotionale Bindung zu den dargestellten Szenarien her.

https://www.sicher-in-meiner-region.de/
Junger Mann vor dem Laptop mit Smartphone in der Hand. Auf beiden Bildschirmen ist die Webseite von Sicher in meiner Region zu sehen.
Junge Frau lächeln im Auto

Seminar „Alles im Griff?"

Gruppenseminar für junge Beschäftigte und Auszubildende

Um jungen Beschäftigten alltagspraktische Präventionsstrategien für eine sichere Verkehrsteilnahme zu vermitteln, hat der DVR das Seminarprogramm „Alles im Griff?“ entwickelt. Im Seminar werden die Möglichkeiten und Grenzen menschlichen Verhaltens im Straßenverkehr besprochen. Mittels Selbstreflexion und Perspektivwechsel sollen die Teilnehmenden eine positive Einstellung zum rücksichtsvollen und regelkonformen Fahren entwickeln und ihr Verhalten im Straßenverkehr nachhaltig verändern.

https://www.deinewege.info/trainings-seminare/alles-im-griff/