Besonders viele junge Menschen verunglücken mit dem Fahrrad bzw. mit E-Scootern. So waren im Jahr 2024 rund die Hälfte (48,6 Prozent) der verunglückten E-Scooterfahrenden jünger als 25 Jahre. Die mit Abstand häufigsten Straßenverkehrsunfälle in der Schüler-Unfallversicherung sind die Fahrradunfälle. Die Jugendaktion 2026-2028 zeigt anschaulich, wie Mobilitätsrisiken vermieden werden können und gibt hilfreiche Alltagstipps für junge Rad- und E-Scooterfahrende.
Lehr- und Lernmedien zum Thema
Ein verkehrssicheres Fahrrad ist ein gutes Fahrrad.
Immer mehr junge Menschen steigen aufs Rad. Das macht sich auch bei den Unfallzahlen bemerkbar, denn Radfahrende zählen zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmenden. Um sicher mit einem Fahrrad am Straßenverkehr teilzunehmen, sind nach der sog. Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) die folgenden Ausrüstungsteile vorgeschrieben:
Manfred Stromberg, Bearbeitung: VKM
Hilfreiche Argumente für das Helmtragen sowie weitere Informationen zu Verkehrsregeln für Radfahrende und Tipps zum richtigen Umgang bei Begegnungen zwischen Personen im Pkw, zu Fuß und auf dem Rad finden Sie hier.
How to E-Scooter safely
Aashir - stock.adobe.com, Bearbeitung: VKM
- Auf einem ruhigen Platz üben, bevor man im Straßenverkehr loslegt.
- Möglichst nur dort fahren, wo Radwege vorhanden sind. Gehwege sind tabu!
- Hintereinander und nicht nebeneinander fahren.
- Füße hintereinander auf dem E-Scooter positionieren.
- Abrupte Lenkbewegungen vermeiden und Abbiegen rechtzeitig anzeigen. Sind keine Blinker am E-Scooter, muss das Abbiegen rechtzeitig und deutlich per Hand angezeigt werden.
- Nicht mit einer Hand oder freihändig fahren! (Kopf hoch, das Handy kann warten).
- Kein Gepäck am Lenker befestigen. Gepäckstücke auch nicht als Sitzmöglichkeit auf dem Scooter verwenden.
- Nicht in den Toten Winkel von Kraftfahrzeugen (Autos, Lkw, Transporter, Busse) fahren.
- Wer einen E-Scooter fährt, sollte für die eigene Sicherheit immer einen Helm tragen. Wie dieser richtig sitzt, zeigen wir hier.
E-Scooter benötigen zudem eine Allgemeine Betriebserlaubnis. Dafür sind bestimmte technische Merkmale Voraussetzung (siehe Abbildung). Notwendig ist außerdem der Nachweis einer Haftpflichtversicherung in Form einer gültigen Versicherungsplakette. Wer einen E-Scooter ohne Versicherungsschutz nutzt, begeht nach dem sog. Pflichtversicherungsgesetz eine Straftat.
Auch wichtig: E-Scooter dürfen nur auf Radwegen, Schutzstreifen und Radfahrstreifen gefahren werden. Ist das nicht möglich, muss man auf die Fahrbahn, also die Straße ausweichen.
Don'ts auf dem E-Scooter
- Nicht auf dem Gehweg fahren (ist verboten).
- Nicht mit mehreren Personen auf dem E-Scooter fahren. Eine Person pro Roller.
- Handy nicht während der Fahrt nutzen.
- Nicht alkoholisiert fahren. Eine Straftat kann bereits vorliegen, wenn man mit
0,3 Promille Blutalkoholkonzentration den E-Scooter im Straßenverkehr nutzt und dabei fahrauffällig wird. - Nicht schneller als 20 km/h fahren oder den E-Roller tunen.
- Mit einem E-Scooter darf man keinen Anhänger ziehen.
E-Scooter dürfen am Straßenrand oder auf dem Gehweg nur so abgestellt werden, dass Zufußgehende und andere Verkehrsteilnehmende nicht behindert oder gefährdet werden. Kreuz und quer abgestellte sowie umgestürzte E-Scooter gefährden insbesondere die sichere und eigenständige Fortbewegung älterer, blinder und sehbehinderter Menschen.
Ablenkung – Kopf hoch!
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Messages checken, Musik hören, Instragram scrollen, Navi nutzen – Das Handy ist für viele ein ständiger Begleiter. Auch wenn die Gefahren häufig bewusst sind, greifen viele dennoch am Steuer, beim Fahrrad- oder E-Scooterfahren zum Handy, obwohl es verboten ist. Die Abhängigkeit von Smartphones führt zu vermeidbaren Unfällen, teilweise mit schwerwiegenden Folgen.
Vor allem Rad- und E-Scooterfahrende tragen bei der Handynutzung ein erhöhtes Risiko im Straßenverkehr. Wer bei 20 km/h (Höchstgeschwindigkeit eines E-Scooters) kurz eine Nachricht liest oder gar tippt und dabei etwa zwei Sekunden abgelenkt ist, legt fast elf Meter ohne Blick auf die Straße zurück. Elf Sekunden Unaufmerksamkeit im fließenden Verkehr können schnell mit schwerwiegenden Verletzungen oder gar tödlich enden.
Ein weiterer Fakt: Wenn wir das Handy mit einer Hand halten, haben wir nur noch eine Hand für das Lenken und Bremsen frei. Gerade bei Unebenheiten auf der Straße oder bei nötigen abrupten Bremsmanövern kann das zu einem schweren Unfall für alle Beteiligten führen.
Jede Nutzung ohne feste Freisprecheinrichtung oder das Halten des Geräts während des Fahrens ist untersagt.
Ein Blick aufs Handy zum Navigieren ist nur erlaubt, wenn das Smartphone in einer festen Halterung am Lenker befestigt ist und man dadurch nicht abgelenkt wird.
Fünf praktische Tipps gegen Ablenkung durchs Handy
- Normalisieren und unserem Umfeld angewöhnen, dass wir nicht immer direkt zurück schreiben können.
- Alles Nötige am Handy vor der Fahrt einstellen, z.B. Navigation und Routen sowie Musik-Playlists. Während der Fahrt darf man das Handy nämlich gar nicht bedienen.
- Wenn überhaupt, dann Handy in Halterung: Beim Navi ein Muss! Und nur Sprachsteuerung – und auch wirklich nur ganz kurz drauf gucken.
- Bei längeren Fahrten: Pausen planen, dann kurz Handy checken, aber ausschließlich Stehen.
- Flugmodus beim Fahren. Drastisch, aber Navi und Musik gehen trotzdem.
Musik, Podcasts & Co.
Das Hören von Musik kann unsere Stimmung positiv beeinflussen, Emotionen wecken und Erinnerungen hervorrufen. Studien haben gezeigt, dass Musik das Gehirn stimuliert und die Produktion von Dopamin anregt, einen Neurotransmitter, der für Glücksgefühle verantwortlich ist. Podcasts oder Hörspiele vermitteln oft spannende Informationen und erzählen Geschichten. Dafür konzentrieren wir uns häufig sehr intensiv auf das Gesagte und Erzählte.
Im Straßenverkehr können unsere Hörgewohnheiten daher sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben: Sie können uns beruhigen und helfen, stressige Situationen besser zu bewältigen. Laute oder stark rhythmische Musik kann berauschend sein. Im schlimmsten Fall können Musik und Podcasts uns ablenken, Umgebungsgeräusche deutlich dämpfen und unsere Reaktionszeit dadurch stark verlangsamen.
Daher gilt: Musik oder andere Audioinhalte beim Rad- und E-Scooterfahren zu hören ist nur erlaubt, wenn wichtige Signale wie Autohupen, Sirenen oder das Klingeln anderer Verkehrsteilnehmender weiterhin gehört werden. Die Noise-Cancelling-Funktion, die es an Kopfhörern (Over-Ear, In-Ear) ermöglicht, Umgebungsgeräusche auszublenden, sollte niemals beim Fahren aktiviert sein. Bei Unfällen kann Kopfhörernutzung zu einer Mitschuld führen.
Personen auf dem Fahrrad oder E-Roller sollten daher immer sicherstellen, dass sie die Lautstärke niedrig halten und weiterhin aufmerksam und reaktionsfähig bleiben.
Geschwindigkeit
Auch wenn mit dem Fahrrad und dem E-Scooter selten mehr als Tempo 20 gefahren werden, spielt die Geschwindigkeit bei deren Nutzung eine wichtige Rolle. Auf zwei Rädern und speziell auf den kleinen Rädern von E-Scootern reichen bereits niedrige Geschwindigkeiten, um zu stürzen. Dies kann an Schlaglöchern oder anderen Unebenheiten liegen. Zudem kann es schnell passieren, dass unerwartet Kinder, Hunde oder Gegenstände auf dem Weg auftauchen. Daher sollten Menschen auf Fahrrad und E-Scooter immer mit angepasster Geschwindigkeit fahren und jederzeit bremsbereit sein.
Weitere Informationen zu Geschwindigkeit finden Sie hier.
Alle wollen entspannt ankommen
Wer unter Zeitdruck am Straßenverkehr teilnimmt, wird unkonzentriert, hektisch und fährt oft mit unangepasster Geschwindigkeit. Mit dem Fahrrad oder E-Scooter werden dann häufig Verkehrszeichen oder Ampeln übersehen, Wege abgekürzt oder Gehwege zum Fahren genutzt. Das ist nicht nur verboten und wird bei Kontrollen geahndet, sondern ist auch gefährlich. Viele Unfälle passieren, weil Rad- oder E-Scooter-Fahrende auf der falschen Seite (entgegen der Fahrtrichtung) den Radweg nutzen, Vorfahrtsregeln missachten, auf dem Gehweg fahren oder Verkehrszeichen ignorieren.
Zeitdruck und der damit verbundene Stress im Straßenverkehr sind häufig vermeidbar.
- Pünktlich oder sogar etwas früher losgehen/losfahren
- Termine rechtzeitig und entspannt planen
- Routen bzw. nötige Wege vorab planen
- bewusst Zeitpuffer einbauen und mögliche Ablenkungen einkalkulieren
- Gelassen bleiben, auch wenn es dann doch später wird
Weitere hilfreiche Ideen für ein entspanntes Zeitmanagement finden Sie hier.