Für viele junge Menschen ab 16 Jahren (in einigen Bundesländern ab 15) ist eine motorisierte Fortbewegung gleichbedeutend mit der „ersten großen Freiheit“ im Leben. Mit einem Moped, Mofa oder Motorroller können sie sich unabhängig vom ÖPNV oder den Eltern fortbewegen und über ihre Mobilität selbst bestimmen. Gerade im ländlichen Raum oder beim Überwinden kurzer Strecken steigen dadurch für viele Jugendliche die Lebensqualität und die Möglichkeiten zur selbstständigen Teilhabe.
Jedoch verunglücken 15- bis 18-Jährige überdurchschnittlich häufig mit Kraft- oder Fahrrädern. Fast 40 Prozent der verunglückten Jugendlichen (15-18 Jahre) kamen 2025 dabei zu schaden. Etwa 21 Prozent nutzten hierbei ein Kraftrad mit Kennzeichen, 19 Prozent ein Fahrrad oder Pedelec. Aufgrund ihrer vergleichsweise hohen Geschwindigkeit und ihrer gleichzeitig schmalen Silhouette werden Zweiräder oft schnell übersehen. Die fehlende Knautschzone führt auch hier bei Zusammenstößen häufig zu schweren bis hin zu tödlichen Verletzungen. Wir zeigen daher auf, wie bestimmte Verhaltensweisen zu gefährlichen Situationen führen und wie junge Menschen ihre eigene Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen können.
Lehr- und Lernmedien zum Thema
Schnell unterwegs mit Pedelecs
Pedelecs sind Fahrräder, bei denen ein akkubetriebener, elektrischer Hilfsmotor das Treten erleichtert. Die Abkürzung steht für Pedal Electric Cycle (Ped-Ele-C). Umgangssprachlich werden sie oft als E-Bikes bezeichnet. Richtige E-Bikes hingegen erreichen ihre Geschwindigkeiten ohne Tretunterstützung und gehören nicht zu den Fahrrädern, sondern zu den motorisierten Zweirädern.
Hört man bei einem Pedelec mit dem Treten auf, hört auch die Unterstützung des Motors auf und das Pedelec kommt zum Stillstand. Für Pedelecs gelten die gleichen Regeln wie für Radfahrende. Daher sind weder eine Betriebserlaubnis noch ein Führerschein notwendig. Pedelecs dürfen bis maximal 25 km/h elektrisch unterstützt werden.
Auch bei Pedelecs gilt: Helme schützen vor schweren Schädelverletzungen!
Hilfreiche Infos zum Umgang mit Pedelecs bietet auch die DVR-Kampagne „E im Griff“
Mofas und E-Bikes - motorisierte Zweiräder
Marcio - stock.adobe.com
Der große Unterschied von E-Bikes zu (S-)Pedelecs ist, dass sie auf Knopfdruck fahren, ohne dass man dafür in die Pedale treten muss. Ein Akku-Motor versorgt das E-Bike mit Strom.
Mofas und E-Bikes dürfen nur auf der Fahrbahn und nicht auf ausgewiesenen Radwegen genutzt werden, es sei denn, ein Zusatzschild gestattet dies. Sie dürfen eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h erreichen und einen Hubraum von max. 50 cm³ haben.
Wird das Fahrzeug „frisiert“ bzw. getuned, also verbotene technische Eingriffe vorgenommen, erlischt die Betriebserlaubnis. Durch das „Frisieren“ und der damit unkontrollierten Änderungen an Geschwindigkeiten und weiteren Eigenschaften des Fahrzeuges ist die Sicherheit nicht mehr gewährleistet. So können alle anderen Verkehrsteilnehmenden gefährdet werden.
Um mit einem Mofa zu fahren, muss man mindestens 15 Jahre alt sein und eine Mofa-Prüfbescheinigung besitzen. Auch für das Fahren von E-Bikes wird mindestens eine Mofa-Prüfbescheinigung benötigt. Darüber hinaus ist ein Versicherungskennzeichen nötig und es gilt eine Helmpflicht.
S-Pedelecs und Mopeds - Kleinkrafträder
Mofa (motorisiertes Fahrrad) ist nicht gleich Moped (Kleinkraftrad). Der Hauptunterschied zwischen einem Mofa und einem Moped liegt in der Höchstgeschwindigkeit und den Führerscheinvorgaben. Ein Mofa fährt maximal 25 km/h und benötigt die benannte Mofa-Prüfbescheinigung. Ein Moped erreicht bis zu 45 km/h und erfordert den Führerschein (die sog. Fahrerlaubnis) der Klasse AM.
Was viele nicht wissen: Auch für das Fahren von S-Pedelecs wird mindestens die Fahrerlaubnis der Klasse AM benötigt. Der Führerschein Klasse B (Pkw) geht auch. Das S-Pedelec steht als Abkürzung für „Speed-Pedelec“ (oder „Schnelles Pedal Electric Cycle“). Das „S“ bedeutet also Schnelligkeit. Ein S-Pedelec bietet eine Motorunterstützung bis zu 45 km/h beim Treten, normale Pedelecs hingegen nur bis max. 25 km/h. Rechtlich gelten S-Pedelecs, so wie Mopeds oder Roller, als Kleinkrafträder, nicht als Fahrräder.
Fahrzeuge der Klasse AM dürfen nur auf der Fahrbahn und mit einem Helm genutzt werden. Zudem sind eine Haftpflichtversicherung, ein Versicherungskennzeichen und eine Betriebserlaubnis verpflichtend.
Die Führerscheinklasse AM ist die „kleinste“ aller Führerscheinklassen überhaupt. Damit dürfen „leichte Zweiräder“ mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h und einer maximalen Nutzleistung von 4 kW bewegt werden.
... und was ist Motorrädern und Motorrollern?
Für Motorräder und Roller gibt es in Deutschland je nach Hubraum und Leistung vier verschiedene Fahrerlaubnisklassen. Davon sind drei für Jugendliche und junge Erwachsene relevant: AM (bis 45 km/h), A1 (Leichtkrafträder bis 125 cm³) und A2 (bis 35 kW/48 PS)
Klasse AM (Moped/Roller):
ab 15 Jahren
bis 50 cm³ Hubraum und max. 45 km/h Höchstgeschwindigkeit
Klasse A1 (Leichtkraftrad):
ab 16 Jahren
bis 125 cm³ Hubraum und max. 11 kW (15 PS) Leistung (Leistungsgewicht max. 0,1 kW/kg)
Klasse A2 (Kraftrad):
ab 18 Jahren
max. 35 kW (48 PS) Leistung (Leistungsgewicht max. 0,2 kW/kg)
Gut zu wissen!
Je nach Hubraum und Höchstgeschwindigkeit kann eine Vespa - also ein Motorroller - als Kleinkraftrad (z.B. 50 cm³, max. 45 km/h) oder als Leichtkraftrad bzw. Motorrad (z.B. 125 cm³ oder 300 cm³) zugelassen sein.
Safe unterwegs bei jedem Wetter - auch auf zwei Rädern!
Das Wetter kann einen großen Einfluss auf die Sicherheit im Straßenverkehr haben. Stark blendende Sonne im Sommer ist ebenso gefährlich wie nasses Laub im Herbst oder glatte Straßen im Winter. Daher ist es wichtig, die möglichen Risiken der jeweiligen Fahrzeugnutzung zu erkennen und die Fahrweise den aktuellen Wetter- und Witterungsverhältnissen anzupassen.
Schon bei trockener Witterung führt der geringe Reifendurchmesser von E-Scootern, (S-)Pedelecs oder E-Bikes auf unebenen Straßen und Kopfsteinpflaster zu weniger Stabilität und einem erhöhten Sturzrisiko. Kommen Eisglätte oder rutschiges Laub hinzu, kann es gefährlich werden.
Vor allem bei schlechtem Wetter sind kurze Sicherheitschecks vor Fahrtantritt sinnvoll. Für funktionierende und schmutzfreie Leuchten hilft ein kurzer Licht-Check. Feuchtigkeit und Kälte können dazu führen, dass die Bremsen einfrieren oder blockieren. Daher: Vor Fahrtantritt unbedingt die Bremsen testen!
Tipps für eine gute Ausstattung und Bekleidung bei jedem Wetter:
- Festes Schuhwerk mit rutschfester Sohle und Profil. Dann bieten Schuhe einen festen Stand, besonders bei Nässe und Tau.
- Regenfeste und winddichte Jacken bieten einen guten Schutz bei Regen.
- Handschuhe bei Kälte! Wichtig, damit die Hände warm und beweglich bleiben, um die Hebel, z.B. für die Bremsen und den Blinker, sicher bedienen zu können.
- Helle Kleidung und im besten Fall eine Warnweste darüber. Mittlerweile gibt es auch viele Bekleidungsmarken, die schicke retroreflektierende Kleidung anbieten (z.B. Pullis mit reflektierenden Prints, Winterjacken, Rucksäcke, Taschen). Damit werden wir in der dunklen Jahreszeit und nachts gut und frühzeitig gesehen.
- Helme schützen Leben!